Trockenes Jahr: Grünstrom deckte 2025 nur 78 Prozent
Österreich hat seinen Stromverbrauch 2025 zu 78 Prozent mit erneuerbarer Erzeugung gedeckt. So steht es im aktuellen EAG-Monitoringbericht der E-Control, der das Berichtsjahr 2025 auswertet. Der Hauptgrund für den Rückgang ist das Wetter: Die Flüsse führten wenig Wasser, die Wasserkraft brach um rund ein Viertel ein. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder plant, muss deshalb nichts neu bewerten. Die Zahlen zeigen aber gut, woher der Strom kommt und wo du selbst ansetzen kannst.
Was sich 2025 verschoben hat
Nach den Daten der E-Control lieferten die heimischen Wasserkraftwerke 2025 zusammen 37.085 GWh. Im Jahr davor waren es 49.391 GWh, das Minus beträgt knapp 25 Prozent. Am stärksten traf es die Laufkraftwerke an den Flüssen, sie erzeugten so wenig wie seit 2020 nicht mehr. Auch der Wind brachte etwas weniger, nämlich 8.578 statt 9.261 GWh.
Einen Teil der Lücke haben Gaskraftwerke gefüllt. Ihre Stromerzeugung wuchs um gut ein Viertel auf 9.538 GWh. Auf der anderen Seite legte die Photovoltaik deutlich zu: Sie kam auf 9.809 GWh, ein Plus von 28 Prozent. Beim Neubau erneuerbarer Kraftwerke war PV 2025 der klare Treiber, mit 1.603 MW zusätzlicher Leistung.
Am gesetzlichen Ziel ändert das nichts. Bis 2030 soll Österreich übers Jahr gerechnet so viel Ökostrom erzeugen, wie es verbraucht.
Was das für deine Wärmepumpe heißt
Ein schwaches Wasserjahr ändert die Grundrechnung nicht. Die Wärmepumpe holt den größten Teil der Heizwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, Strom braucht sie für den Antrieb. Selbst im trockenen Jahr 2025 stammte dieser Strom zu mehr als drei Vierteln aus erneuerbaren Quellen. Eine Öl- oder Gasheizung verbrennt dagegen in jedem Jahr ausschließlich fossilen Brennstoff.
Wie viel Wärme deine Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht, hängt vom Haus, von der Vorlauftemperatur und von der Planung ab. Das kannst du mit unserem Wärmepumpen-Rechner für dein Gebäude durchspielen.
Netzkosten wiegen schwerer
Der Bericht rechnet auch die Stromrechnung eines Wiener Musterhaushalts mit 3.500 kWh im Jahr durch. Im Jänner 2025 war der Energiepreis dort mit 16,13 Cent je kWh sogar etwas niedriger als ein Jahr davor. Der Netzpreis stieg dagegen von 7,94 auf 10,22 Cent, die Abgaben von 1,47 auf 3,05 Cent. Ein Haushalt mit Wärmepumpe verbraucht deutlich mehr Strom, solche Posten spürt er entsprechend stärker. Den Netzpreis kannst du durch einen Lieferantenwechsel nicht beeinflussen, er hängt vom Netzbetreiber ab. Umso wichtiger ist, dass die Anlage sparsam läuft.
Was du konkret tun kannst
- Heizkurve prüfen lassen: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe für dieselbe Wärme.
- PV mitdenken: Wer eine Photovoltaikanlage hat oder plant, kann Warmwasser bevorzugt dann bereiten lassen, wenn die Sonne scheint.
- Stromtarif bewusst wählen: Beim Lieferanten zählen Arbeitspreis und Herkunft des Stroms, beim Netz hast du keine Wahl.
- Gut planen lassen: Eine richtig dimensionierte Anlage spart über Jahre mehr als jeder Tarifwechsel. Über unsere Anfrage bekommst du Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region.
AO
Quellen
- E-Control: EAG-Monitoringbericht 2026 (Berichtsjahr 2025), PDF — abgerufen am 30. September 2026
- E-Control: Übersicht EAG-Monitoringberichte — abgerufen am 30. September 2026
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