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Technik

Heizkurve einstellen: so findest du die richtige Einstellung

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Illustration zum Ratgeber: Heizkurve einstellen: so findest du die richtige Einstellung

Probier es aus: So verändert sich die Heizkurve

Vorlauf bei −10 °C außen–
Vorlauf bei 0 °C außen–
Schematisch; waagrecht die Außentemperatur von −15 bis +20 °C, senkrecht die Vorlauftemperatur von 20 bis 65 °C. Die graue Linie ist die Ausgangseinstellung. Grundsatz: so flach und so tief wie möglich, solange alle Räume warm werden. Jedes Grad weniger Vorlauf spart laut klimaaktiv rund 2 bis 2,5 % Strom.

Die Heizkurve ist die wichtigste Einstellung an deiner Wärmepumpe, und du kannst sie selbst verändern. Sie entscheidet, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur wird. Ist sie zu hoch eingestellt, heizt die Anlage mit mehr Temperatur als nötig, und das kostet bei einer Wärmepumpe jeden Tag Strom.

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du dich an die passende Einstellung herantastest. Warum die Vorlauftemperatur so viel ausmacht, steht ausführlich im Beitrag zur Vorlauftemperatur.

Was die Heizkurve macht

Ein Fühler an der Außenwand misst die Außentemperatur. Die Regelung schaut in der Heizkurve nach, welche Vorlauftemperatur dazu passt, und stellt sie ein. Je kälter es draußen ist, desto wärmer muss das Heizwasser sein. Die Energieberatung Niederösterreich nennt das eine außentemperaturgeführte Regelung.

Damit sie gut funktioniert, muss die Kurve zu deinem Haus passen: zu seiner Dämmung, zu deinen Heizkörpern oder deiner Fußbodenheizung und zu der Raumtemperatur, die du willst.

Steilheit und Parallelverschiebung

An fast jeder Regelung findest du zwei Stellschrauben. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Gerät, die Wirkung ist gleich.

Die Steilheit (auch Neigung oder Steigung) legt fest, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Eine steile Kurve reagiert stark, eine flache schwach. Die eNu zeigt das an zwei Beispielen: Bei einer Steilheit von etwa 1,5, wie sie für Heizkörper oft ab Werk eingestellt ist, liegt der Vorlauf bei minus 15 Grad außen bei rund 77 °C. Bei einer Steilheit von 0,4, typisch für Fußbodenheizung oder ein gut gedämmtes Haus mit großen Heizkörpern, sind es bei derselben Kälte nur rund 40 °C.

Die Parallelverschiebung (auch Niveau oder Fußpunkt) schiebt die ganze Kurve nach oben oder unten. Sie ändert die Vorlauftemperatur bei jeder Außentemperatur um ungefähr denselben Betrag.

Die Faustregel für die Wahl der Schraube:

  • Ist es dir bei jedem Wetter gleichmäßig zu warm oder zu kühl, passt meist die Parallelverschiebung nicht.
  • Passt es an milden Tagen, aber bei Frost wird es zu kalt oder zu warm, liegt es eher an der Steilheit.

Welche Werte bei dir richtig sind, lässt sich nicht aus einer Tabelle ablesen. Sie hängen vom Haus ab und sind nur durch Ausprobieren zu finden.

Warum sich das Herantasten lohnt

Laut eNu ist die Heizkurve bei bis zu 85 Prozent der Heizungen zu steil eingestellt. Der Grund ist verständlich: Wer eine Anlage in Betrieb nimmt, will keine Beschwerde über kalte Räume und stellt lieber mit Sicherheitspolster ein.

Bei einer Wärmepumpe kostet dieser Polster spürbar. klimaaktiv beziffert die Ersparnis mit 2 bis 2,5 Prozent weniger Stromverbrauch pro Grad niedrigerer Vorlauftemperatur, die eNu nennt 2,5 bis 4 Prozent. Beide Stellen empfehlen, die Kurve so flach wie möglich einzustellen. klimaaktiv weist zusätzlich darauf hin, dass niedrigere Vorlauftemperaturen auch der Lebensdauer der Wärmepumpe zugutekommen.

Schritt für Schritt vorgehen

1. Ausgangswerte notieren. Fotografiere den Bildschirm der Regelung oder schreib Steilheit und Parallelverschiebung auf. Dann kommst du jederzeit zurück.

2. Ventile öffnen. Dreh die Thermostatventile in den Wohnräumen auf die Stufe, die deiner Wunschtemperatur entspricht, und lass sie dort. Laut eNu steht Stufe 3 meist für etwa 20 °C, Stufe 4 für etwa 22 °C. Stell sicher, dass keine Möbel oder Vorhänge die Heizkörper verdecken.

3. In der Heizsaison starten. An milden Herbsttagen läuft die Anlage wenig, da siehst du kaum etwas. Aussagekräftig wird es, wenn es draußen richtig kalt ist.

4. In kleinen Schritten ändern. Stell die Kurve eine Stufe flacher oder etwas niedriger. Immer nur eine Schraube auf einmal, sonst weißt du nachher nicht, was gewirkt hat.

5. Warten. Die eNu empfiehlt, nach jeder Änderung zwei bis drei Tage zu beobachten. Ein Haus reagiert träge, vor allem mit Fußbodenheizung. Wer am selben Abend nachregelt, dreht sich im Kreis.

6. Wiederholen, bis der erste Raum zu kühl wird. Dann eine Stufe zurück. Dort liegt die Grenze dessen, was deine Heizflächen leisten können.

7. Ergebnis aufschreiben. Die gefundenen Werte gehören in deine Unterlagen, zusammen mit dem Inbetriebnahmeprotokoll.

Die Raumthermostate: offen lassen

Thermostatventile und Heizkurve arbeiten gegeneinander, wenn die Kurve zu hoch ist. Das Ventil drosselt dann ständig, damit der Raum nicht überhitzt. Die eNu beschreibt das typische Zeichen: Der Heizkörper wird zwischendurch immer wieder kühler. Das Ventil hat dann den Durchfluss gestoppt und „verschleiert“ eine zu hoch eingestellte Heizkurve.

Die Ventile sollen nur eingreifen, wenn zusätzlich Wärme in den Raum kommt, etwa durch Sonne oder einen Ofen. Im Normalbetrieb regelt die Heizkurve. Stell die Ventile also auf eine feste Stufe und dreh nicht täglich daran.

Hast du eine Raumbedieneinheit oder einen Raumfühler, der auf die Wärmepumpe wirkt, frag deinen Installateur, wie dieser Raumeinfluss eingestellt ist. Sonst regelst du an zwei Stellen gleichzeitig.

Wenn einzelne Räume nicht mitspielen

Bleibt ein Raum kalt, während der Rest des Hauses zu warm ist, liegt das selten an der Heizkurve. Häufig fehlt dann der hydraulische Abgleich, oder der Heizkörper in diesem Raum ist zu klein. Die eNu nennt ungleich warme Räume und unterschiedlich schnelles Aufheizen als typische Anzeichen.

Die Heizkurve wegen eines einzigen Raums steiler zu stellen, ist der teuerste Weg. Besser ist es, mit dem Installateur über den Abgleich oder einen größeren Heizkörper genau dort zu reden.

Wann du Hilfe holst

  • Die Regelung zeigt eine Fehlermeldung.
  • Du findest die Einstellung nicht oder sie ist gesperrt.
  • Auch mit steilerer Kurve wird das Haus bei Frost nicht warm.

Die eNu empfiehlt, sich die Einstellung der Heizkurve schon bei der Einschulung zeigen zu lassen. Mehr zu den Zahlen, die du nach dem Einbau im Blick behalten solltest, steht im Beitrag Nach dem Einbau. Ob deine Einstellung tatsächlich Strom spart, siehst du an der Jahresarbeitszahl, die du selbst ausrechnen kannst.

AO

Quellen

  1. Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu) — Optimierung des Heizsystems — abgerufen am 4. Oktober 2026
  2. klimaaktiv — Wärmepumpe: So funktioniert der Umstieg — abgerufen am 4. Oktober 2026
  3. klimaaktiv — So läuft Ihre Wärmepumpe rund (PDF, 2024) — abgerufen am 4. Oktober 2026

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