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Nachgefragt

Klimagerät als Heizung: Wann reicht eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Illustration: Klimagerät mit Innen- und Außenteil neben Heizkörper und Warmwasserspeicher
Illustration, KI-generiert

Ich habe ohnehin ein Klimagerät im Schlafzimmer, das kann doch auch heizen. Brauche ich dann überhaupt noch eine richtige Wärmepumpe? Diese Frage taucht in Foren und Gesprächen gerade jetzt zum Start der Heizsaison immer wieder auf. Dazu kommt die umgekehrte Variante: Die vorhandene Heizungs-Wärmepumpe kann nicht kühlen, also soll für den Sommer ein Splitgerät ins Obergeschoss, und das könnte im Winter gleich mitheizen.

Die kurze Antwort

Ein Klimagerät ist technisch eine Wärmepumpe. Es holt Wärme aus der Außenluft und bläst sie direkt in den Raum. Als Ergänzung oder für eine kleine, gut gedämmte Wohnung kann das gut funktionieren. Als Ersatz für die Zentralheizung in einem Einfamilienhaus reicht es in den meisten Fällen nicht. Und wer die Bundesförderung für den Kesseltausch nutzen will, kommt mit einem Klimagerät nicht ans Ziel.

Warum das Klimagerät meist nur die halbe Lösung ist

Es heizt nur dort, wo ein Innengerät hängt. Ein Splitgerät verteilt die Wärme über Luft im eigenen Raum. Bad, Gang und Nebenräume bleiben kalt, solange dort kein eigenes Gerät sitzt. Wer mehrere Räume versorgen will, braucht ein Multisplit-System mit mehreren Innengeräten, und dann wird aus der günstigen Lösung schnell eine teure.

Warmwasser macht es nicht. Ein Luft-Luft-Gerät erwärmt keine Speicher und keinen Heizkreis. Für Dusche und Küche bleibt also der alte Boiler, oder du brauchst ein zweites Gerät. Laut klimaaktiv kann eine eigene Brauchwasser-Wärmepumpe dafür sogar die effizientere Wahl sein. Das ist dann aber eine weitere Anschaffung.

Luft als Wärmeträger fühlt sich anders an. Warme Luft steigt nach oben, das Gebläse ist hörbar, und manche empfinden den Luftstrom als Zugluft. Eine Fußbodenheizung oder große Heizkörper geben ihre Wärme ruhiger ab.

Der Punkt, den viele übersehen: die Förderung

Die Bundesförderung für den Heizungstausch, die ab 2. November wieder offen ist, setzt ein Zentralheizungssystem mit wassergeführter Wärmeverteilung voraus. So steht es im Infoblatt zur Neuauflage Kesseltausch 2026. Als förderfähige Wärmepumpen sind dort Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Geräte aufgezählt, mit höchstens 5.000 Euro Pauschale für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser. Ein Klimagerät, das die Luft direkt im Raum erwärmt, fällt damit heraus.

Wer also Öl- oder Gaskessel loswerden will und dabei auf die Förderung zählt, sollte nicht auf Klimageräte setzen. Mehr zu den Bedingungen findest du in unserem Förder-Manager und auf den Seiten zu den Förderungen der Länder.

Wann eine Luft-Luft-Wärmepumpe trotzdem Sinn ergibt

  • Als Ergänzung zur bestehenden Heizung, etwa für ein ausgebautes Dachgeschoss, das im Sommer zu heiß und in der Übergangszeit zu kühl ist.
  • In einer kleinen Wohnung mit wenigen Räumen und geringem Wärmebedarf, wo Warmwasser ohnehin separat erzeugt wird.
  • Wenn du im Sommer kühlen willst und deine Heizungs-Wärmepumpe das nicht kann. Dann heizt das Gerät in der Übergangszeit nebenbei mit und entlastet den Hauptwärmeerzeuger.

Was du vor dem Kauf prüfen solltest

Bewilligung. In Wien hängt die Frage laut Merkblatt der Baupolizei (MA 37) an Schall, Kältemittel und Stadtbild. Ein Splitgerät ist beim Kältemittel bewilligungsfrei, solange die Füllmenge unter 1,5 kg bleibt, das Kältemittel in Klasse A1 oder A2L eingestuft ist und der Raum mit dem Innengerät mindestens 20 m³ groß ist. In anderen Bundesländern gelten eigene Bauordnungen, frag im Zweifel bei der Gemeinde nach.

Schall. Das Außengerät läuft auch nachts. Wie laut es an der Grundgrenze ankommt, kannst du mit unserem Schallrechner abschätzen.

Der ganze Wärmebedarf. Bevor du dich zwischen Klimagerät und Heizungs-Wärmepumpe entscheidest, lass die Heizlast des Hauses berechnen. Erst dann siehst du, ob ein paar Innengeräte genügen oder ob eine Zentralheizung mit Wasser die bessere Wahl ist. Eine erste Einschätzung der Kosten liefert unser Rechner.

Unsere Einschätzung

Das Klimagerät ist kein schlechter Wärmeerzeuger, es ist nur für eine andere Aufgabe gebaut. Im Einfamilienhaus mit Bad, mehreren Zimmern und Warmwasserbedarf ist die wassergeführte Wärmepumpe die vollständigere Lösung, und nur sie bekommt die Bundesförderung. Als Ergänzung zum Kühlen und für Übergangszeiten kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe aber eine sinnvolle Anschaffung sein.

Du willst wissen, welche Lösung zu deinem Haus passt? Stell deine Anfrage, und wir vermitteln dir Fachbetriebe aus deiner Region.

AO

Dieser Beitrag ordnet ein Thema ein, über das gerade viele sprechen. Er gibt unsere Einschätzung wieder und ist keine Nachricht. Wir denken das Thema weiter und ergänzen den Beitrag, wenn sich etwas Neues ergibt.

Quellen

  1. Sanierungsoffensive: Informationsblatt Kesseltausch 2026, Neuauflage ab 02.11.2026 (Version 10/2026) — abgerufen am 22. Oktober 2026
  2. MA 37 Baupolizei: Merkblatt Technische Anlagen (Klima-, Lüftungsanlagen, Wärmepumpen) — abgerufen am 22. Oktober 2026
  3. klimaaktiv: Heizung tauschen – Wärmepumpe — abgerufen am 22. Oktober 2026

Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.

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