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Markt

Wärmepumpenmarkt: Österreich verliert, Europa legt zu

Illustration: Balken, die nach rechts niedriger werden, neben einer Wärmepumpe auf einem Holzsockel
Illustration, KI-generiert

Wer gerade eine Wärmepumpe plant, bekommt zwei widersprüchliche Signale. Europaweit steigen mehr Haushalte um, in Österreich sinken die Verkaufszahlen deutlich. Beides stimmt. Für deine Entscheidung heißt das vor allem: Das Problem ist nicht die Technik, sondern die Förderlage. Und die lässt sich für dein Bundesland konkret prüfen.

Was die Zahlen genau sagen

Im Netz kursieren verschiedene Werte, weil Zeiträume und Gerätegruppen durcheinandergehen. Die aktuellsten Zahlen stammen von Wärmepumpe Austria aus dem September 2026. Im ersten Halbjahr 2026 wurden demnach 14.400 Wärmepumpen verkauft, zusätzlich 3.597 Brauchwasser-Wärmepumpen für warmes Wasser. Ohne die Warmwassergeräte beträgt das Minus zum ersten Halbjahr 2025 genau 26,19 Prozent, mit ihnen 26,45 Prozent. Für das Gesamtjahr hofft der Verband auf rund 30.000 Stück, auch das wäre wieder weniger als zuvor.

Die übrigen Werte beziehen sich auf 2025 und auf Teilzeiträume. Im zweiten Quartal 2025 kamen alle Systeme zusammen auf 13.114 Stück, ein Minus von 13,40 Prozent. Heizungswärmepumpen lagen nach drei Quartalen 2025 um 16,55 Prozent hinter dem Vorjahreswert. Im März 2026 bezifferte der Verband den Rückgang nach dem Ende der früheren Bundesförderung mit rund 22 Prozent, ohne Jahr und Gerätegruppe genauer abzugrenzen. Parallel dazu wurden 2025 laut Verband um 10 Prozent mehr fossile Heizkessel verkauft, insgesamt rund 33.000 Stück.

Europa legt zu, Österreich nicht

Der europäische Branchenverband EHPA meldet für das erste Halbjahr 2026 ein Plus von 11 Prozent bei Wärmepumpen für Wohngebäude, gemessen in 12 Ländern, Österreich eingeschlossen. Als wahrscheinlichen Grund nennt er die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise, seit die Straße von Hormus gesperrt ist. Dass der heimische Markt trotzdem schrumpft, erklärt Wärmepumpe Austria mit fehlender Planungssicherheit. Wenn Förderungen kurzfristig starten, sich ändern oder schon zur Jahresmitte leer sind, warten viele Haushalte lieber ab.

Was das für dich heißt

Die Bundesförderung Kesseltausch ist ausgeschöpft, seit 10.07.2026 nimmt der Bund keine neuen Anträge an. Wer schon eingereicht hat, dessen Antrag läuft normal weiter. Für 2027 sind 179 Millionen Euro eigens für den Kesseltausch vorgesehen, getrennt von der thermischen Sanierung. Ab wann man sich dafür registrieren kann, steht noch nicht fest. Laut Verband tritt am 7. Oktober die UFI-Kommission zusammen, danach dürfte mehr Klarheit herrschen.

Die Länder fördern aus eigenen Budgets weiter, allerdings sehr unterschiedlich. Kärnten zahlt für den Heizungstausch 3.000 € und macht das seit dem Bundesstopp eigenständig. Oberösterreich rechnet mit 100 € je kW Nennwärmeleistung, höchstens aber 1.700 €. In der Steiermark gibt es derzeit keine Landesförderung für Wärmepumpen. Den Stand für dein Bundesland findest du unter Förderungen.

Ehrlich gesagt: Wer für die Rechnung auf den Bundeszuschuss von maximal 7.500 € angewiesen ist und eine funktionierende Heizung hat, kann mit dem Tausch bis 2027 warten. Wer aber ohnehin tauschen muss, sollte nicht aus Verlegenheit fossil nachrüsten. Ein neuer Gaskessel bleibt meist 20 Jahre oder länger im Keller. Dass die Wärmepumpe auch ohne Förderung bestehen kann, zeigt laut Verband der Neubau: Dort liegt ihr Anteil bei rund 80 Prozent. Im Altbau entscheiden Vorlauftemperatur und Heizlast, ob sich die Anlage auch ohne Bundesgeld rechnet. Zur Lage der Betriebe: Die Hersteller haben laut Verband ihre Kapazitäten ausgebaut. Ob dein Installateur dadurch rascher Zeit hat, fragst du am besten direkt.

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AO

Quellen

  1. Wärmepumpe Austria: Der Schlüssel zur Energieunabhängigkeit (16.09.2026) — abgerufen am 29. September 2026
  2. Wärmepumpe Austria: Klimapolitik und Technologie (16.03.2026) — abgerufen am 29. September 2026
  3. Wärmepumpe Austria: Kesseltauschförderung verdoppeln & Planungssicherheit schaffen (23.03.2026) — abgerufen am 29. September 2026
  4. Wärmepumpe Austria: Wärmepumpenmarkt unter Druck — abgerufen am 29. September 2026
  5. Wärmepumpe Austria: Herausforderungen und Chancen — abgerufen am 29. September 2026
  6. EHPA: Post-Hormuz heat pump sales climb 11% (28.09.2026) — abgerufen am 29. September 2026
  7. Trending Topics: Europa steigt vermehrt von Gas auf Wärmepumpen um (Anlass) — abgerufen am 29. September 2026

Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.

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