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Strom im Großhandel teurer: was das für die Wärmepumpe heißt
Die Österreichische Energieagentur hat am 2. Oktober ihren Strompreisindex für November 2026 veröffentlicht. Er steht bei 206,35 Punkten und damit um 18,2 Prozent höher als im November des Vorjahres, gegenüber Oktober beträgt das Plus 6,6 Prozent. Wer mit einer Wärmepumpe heizt, sollte das kennen, denn der Winter ist die Zeit, in der sie am meisten Strom braucht. Panik ist trotzdem fehl am Platz, wie die Einordnung unten zeigt.
Was der Index misst
Der Index bildet ab, was Strom auf dem Großhandelsmarkt kostet. Grundlage sind die Terminpreise der Strombörse EEX für die jeweils kommenden vier Quartale, gemittelt über die letzten neun Handelsmonate. Die Energieagentur rechnet ihn jeden Monat neu, Basisjahr ist 2006 mit 100 Punkten.
Aufgeteilt nach Produkten stieg der Preis für Grundlast im Jahresabstand um 19,0 Prozent, jener für Spitzenlast um 16,0 Prozent.
Warum deine Rechnung nicht um 18 Prozent steigt
Der Index betrifft nur den Energiepreis, also den Teil, den dein Lieferant für den Strom selbst verrechnet. Bei einem typischen Wiener Haushalt macht dieser Anteil laut Energieagentur rund 45 Prozent der gesamten Stromrechnung aus. Die übrigen 55 Prozent sind Netzentgelte, Steuern und Abgaben, und die hängen nicht am Börsenpreis.
Selbst wenn ein Lieferant die Entwicklung vollständig weitergibt, wächst die Gesamtrechnung daher deutlich schwächer als der Index. Dazu kommt, dass der Index auf Terminpreisen beruht, die über viele Monate gemittelt werden. Er zeigt eine Richtung, keinen Preis, den du morgen zahlst.
Was das für den Betrieb der Wärmepumpe bedeutet
Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Je effizienter sie läuft, desto weniger schlägt ein höherer Strompreis auf die Heizkosten durch. Wie stark sich ein Preisanstieg bei dir auswirkt, hängt deshalb vor allem an zwei Dingen: an deinem Tarif und an der Jahresarbeitszahl deiner Anlage.
Ein teurerer Strommarkt ist also kein Argument gegen die Wärmepumpe, wohl aber ein Grund, den eigenen Vertrag anzusehen.
Was du jetzt prüfen kannst
- Tarifart: Hast du einen Floater, passt sich dein Arbeitspreis laufend an die Marktentwicklung an. Bei einem Fixpreis gilt der vereinbarte Preis bis zum Ende der Bindung. Schau in deinen Vertrag, wann die Bindung ausläuft und wie die nächste Anpassung geregelt ist.
- Vergleichen: Der Tarifkalkulator der E-Control zeigt, welche Angebote es für deinen Verbrauch und deine Postleitzahl gibt. Gib dabei den Jahresverbrauch inklusive Wärmepumpe an.
- Effizienz: Eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur kostet Strom. Ein kurzer Blick auf die Heizkurve vor der Heizsaison lohnt sich.
- Eigener Strom: Mit einer PV-Anlage deckst du einen Teil des Bedarfs in der Übergangszeit selbst, im Hochwinter allerdings deutlich weniger.
Was eine Wärmepumpe in deinem Haus an Strom und Kosten bedeutet, kannst du mit unserem Rechner abschätzen. Wenn du einen Tausch planst, findest du über unsere Anfrage Fachbetriebe in deiner Nähe.
AO
Quellen
- Kurier: Strompreise für Haushalte und Großhandel — abgerufen am 4. Oktober 2026
- Österreichische Energieagentur: Strompreisindex (ÖSPI) — abgerufen am 4. Oktober 2026
Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.