Heizkosten im Winter 2026: Wo steht die Wärmepumpe?
Öl, Gas und Pellets ziehen vor dem Winter kräftig an. Bin ich mit einer Wärmepumpe auf der sicheren Seite, oder erwischt es mich beim Strom genauso? Diese Frage hören wir gerade oft. Die kurze Antwort: Die Wärmepumpe steht im Moment gut da. Wie gut, entscheidet aber weniger der Strompreis als die Frage, wie sauber deine Anlage geplant und eingestellt ist.
Was die aktuellen Zahlen zeigen
Die Österreichische Energieagentur wertet jeden Monat die Energiepreise für Haushalte aus, auf Basis der Daten von Statistik Austria. Im Energiepreisindex vom 21. September 2026 für den Monat August ergibt sich ein klares Bild. Im Vergleich zum August 2025 kostete Heizöl um 48,1 % mehr, Holzpellets um 32,0 % mehr und Erdgas um 7,9 % mehr. Strom für Haushalte war dagegen um 10,7 % billiger als ein Jahr davor. Von Juli auf August blieb der Strompreis unverändert, Heizöl legte in diesem einen Monat um 12,3 % zu.
Der Hintergrund ist bekannt. Laut einer Aussendung der Energieagentur vom 28. August 2026 hat sich der europäische Gaspreis seit Beginn des Iran-Kriegs verdoppelt. Österreich bezieht Gas zu mehr als 90 Prozent und Öl zu rund 95 Prozent aus Importen und hat auf diese Preise keinen Einfluss.
Ehrlich dazu gehört: Eine Entwarnung für den Strompreis ist das nicht. Mit Blick auf die Großhandelsmärkte rechnet die Energieagentur für die kommenden Monate mit größeren Ausschlägen, und das betrifft Strom ebenso wie Gas und Fernwärme. Diese Preise laufen meist über längere Lieferverträge und reagieren deshalb später. Und einen aktuellen Heizkostenvergleich mit Stand 2026, der die Wärmepumpe in Euro pro Jahr neben Öl, Gas und Pellets stellt, haben wir bei den öffentlichen Stellen nicht gefunden. Wir nennen hier deshalb bewusst keine Jahreskosten.
Warum die Wärmepumpe weniger an Preissprüngen hängt
Eine Wärmepumpe verbrennt nichts. Den größten Teil der Wärme holt sie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser, der Strom treibt nur den Kreislauf an. Wie gut das gelingt, zeigt die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ: das Verhältnis zwischen der Wärme, die über ein ganzes Jahr erzeugt wird, und dem Strom, der dafür nötig war. Laut klimaaktiv erreichen moderne Geräte eine JAZ zwischen 3 und 5. Das Energieinstitut Vorarlberg rechnet in seinem Brennstoffvergleich mit einer JAZ von 3, also mit der dreifachen Wärmemenge aus jeder Kilowattstunde Strom.
Deshalb schlägt ein Anstieg beim Strompreis nur auf einen Teil der Wärme durch, der Rest kommt kostenlos aus der Umgebung. Franz Angerer, Geschäftsführer der Energieagentur, fasst es so zusammen: „Wer auf eine Wärmepumpe oder ein Elektrofahrzeug umsteigt, macht sich unabhängiger von Preisen, die anderswo gemacht werden“, laut der Aussendung vom August.
Wann es knapp wird
Die JAZ ist keine feste Eigenschaft des Geräts. Sie hängt davon ab, wie warm die Wärmequelle ist und wie heiß das Heizwasser sein muss, also von der Vorlauftemperatur. Je kleiner der Abstand zwischen beiden, desto weniger Strom braucht die Anlage. Laut klimaaktiv senkt jedes Grad weniger Vorlauf den jährlichen Stromverbrauch um 2 bis 2,5 %. Umgekehrt kostet ein unnötig hoch eingestellter Vorlauf jedes Jahr Geld.
Knapp wird es vor allem in drei Fällen:
- Hohe Vorlauftemperatur: Ein unsaniertes Haus mit kleinen Heizkörpern braucht an kalten Tagen viel Wärme bei hoher Temperatur. Als Faustregel nennt klimaaktiv: Werden an einem kalten Wintertag alle Räume mit höchstens 55 °C Vorlauf warm, passt eine Wärmepumpe auch ohne weitere Maßnahmen.
- Schlechte Auslegung: Eine zu klein gewählte Anlage lässt im Winter häufig den elektrischen Heizstab mitlaufen, eine zu große taktet und verschleißt schneller. Grundlage muss eine normgerechte Heizlastberechnung sein, keine Schätzung nach Quadratmetern.
- Luft als Quelle bei Kälte: Luftwärmepumpen sind günstig in der Anschaffung, brauchen aber gerade dann mehr Strom, wenn es draußen am kältesten ist. Das ist normal und in einer guten Planung eingerechnet.
Der OÖ Energiesparverband gibt als Richtwert eine JAZ von mindestens 3,5 für Luftwärmepumpen und mindestens 4 für Erdwärme- und Wasserwärmepumpen an. Liegt deine Anlage deutlich darunter, lohnt sich ein genauer Blick.
Was du jetzt konkret tun kannst
Du hast schon eine Wärmepumpe: Lies vor der Heizsaison Wärmemenge und Stromverbrauch des letzten Jahres aus der Steuerung oder vom Zähler ab und teile die beiden Werte. Das ist deine tatsächliche JAZ. Prüf mit deinem Installateur, ob sich die Heizkurve senken lässt, und frag nach dem hydraulischen Abgleich. Laut Energiesparverband senkt eine hydraulische Einregulierung den Heizenergieverbrauch um 10 bis 15 %. Mehr dazu im Ratgeber zur Vorlauftemperatur.
Prüf deinen Stromtarif: Die Energieagentur rät gerade jetzt dazu, bestehende Strom- und Gasverträge mit aktuellen Angeboten zu vergleichen. Einen unabhängigen Vergleich bietet der Tarifkalkulator der E-Control. Achte darauf, ob es für deine Wärmepumpe einen eigenen Tarif gibt und wie lange der Preis garantiert ist.
Du planst den Umstieg: Lass zuerst die Heizlast berechnen, eine erste Orientierung gibt dir der Heizlastrechner. Welche Heizung bei deinen Werten wie viel kostet, zeigt der Kostenvergleich, und mit dem Wärmepumpen-Rechner schätzt du ab, was eine Anlage bei dir verbraucht. Rechne dabei mit Strompreisen, die auch steigen können. Eine gut geplante Wärmepumpe hält das aus.
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AO
Dieser Beitrag ordnet ein Thema ein, über das gerade viele sprechen. Er gibt unsere Einschätzung wieder und ist keine Nachricht. Wir denken das Thema weiter und ergänzen den Beitrag, wenn sich etwas Neues ergibt.
Quellen
- Energiepreisindex August 2026 (Österreichische Energieagentur) — abgerufen am 29. September 2026
- Sechs Monate Iran-Krieg: die Rechnung für Österreichs Öl- und Gasabhängigkeit (Österreichische Energieagentur) — abgerufen am 29. September 2026
- Wärmepumpe: So funktioniert der Umstieg (klimaaktiv) — abgerufen am 29. September 2026
- Energiepreise im Vergleich (Energieinstitut Vorarlberg) — abgerufen am 29. September 2026
- Heizen & Warmwasser (Energiesparverband OÖ) — abgerufen am 29. September 2026
- Tarifkalkulator (E-Control) — abgerufen am 29. September 2026
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