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Technik

Legionellen im Warmwasser: was Tirol empfiehlt

Illustration: Warmwasserspeicher mit Thermometer, daneben ein Duschkopf und eine kleine Wärmepumpe
Illustration, KI-generiert

Das Land Tirol hat am 7. Oktober 2026 über Legionellen informiert und Haushalten zwei klare Temperaturwerte mitgegeben: Der zentrale Warmwasserspeicher soll auf mindestens 60 °C stehen, an der Zapfstelle sollen nach kurzem Laufenlassen mindestens 50 °C ankommen. Für dich als Besitzer einer Wärmepumpe ist das wichtig, weil sie Warmwasser am sparsamsten bei niedrigeren Temperaturen bereitet. Beides lässt sich vereinbaren, wenn die Anlage richtig eingestellt ist.

Warum die Temperatur zählt

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser fast überall in der Natur vorkommen. Zum Problem werden sie, wenn sie sich in Leitungen und Speichern stark vermehren. Laut Land Tirol geschieht das vor allem zwischen 25 und 45 °C und dort, wo Wasser lange steht. Zuverlässig abgetötet werden sie erst ab 60 °C.

Angesteckt wird man nicht beim Trinken, sondern über eingeatmete feine Tröpfchen, typischerweise beim Duschen. Die meisten Infektionen bleiben ohne Beschwerden. Bei älteren Menschen, bei geschwächtem Immunsystem und bei chronischen Lungenerkrankungen kann daraus aber eine Lungenentzündung werden. Laut Land gab es auch heuer schon Fälle.

Was das für die Wärmepumpe bedeutet

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, die sie liefern muss. Jedes Grad mehr im Speicher erhöht den Anteil an Strom. klimaaktiv empfiehlt deshalb, den Speicher im Normalbetrieb nicht über 55 °C einzustellen. Damit sich trotzdem keine Keime halten, heizen moderne Speicher das Wasser in regelmäßigen Abständen deutlich höher auf, laut klimaaktiv auf etwa 70 °C.

Das Energieinstitut Vorarlberg ordnet das Risiko für das Einfamilienhaus ein: Wird dort laufend Wasser verbraucht und damit ausgetauscht, sind Legionellen in der Regel kein Problem. Heikel sind vor allem Leitungen, die länger nicht benutzt werden.

Eine Alternative ist das Frischwassermodul. Es erwärmt das Trinkwasser erst beim Zapfen über einen Wärmetauscher, im Speicher steht dann nur Heizungswasser. Hohe Speichertemperaturen braucht es dafür nicht, was laut klimaaktiv gerade Wärmepumpen entgegenkommt.

Was du jetzt prüfen kannst

  • Einstellung ansehen: Frag deinen Installateur, auf welche Temperatur dein Speicher eingestellt ist und ob und wie oft die Anlage ihn zusätzlich hoch aufheizt.
  • Nach Abwesenheit spülen: War eine Leitung mehr als drei Tage unbenutzt, rät das Land, alle Warm- und Kaltwasserhähne ein bis zwei Minuten laufen zu lassen. Nach einer längeren Pause mindestens fünf Minuten heiß und mit wenig Durchfluss spülen, den Duschkopf dabei flach auf den Boden legen und den Raum kurz verlassen.
  • Duschköpfe entkalken: Kalk und Beläge bieten Bakterien einen Nährboden.
  • Zirkulation: Eine Zirkulationspumpe, die rund um die Uhr läuft, kostet laufend Wärme. klimaaktiv rät zur Zeitschaltuhr, warnt aber auch davor, sie lange ganz abzuschalten, weil das Wasser dann steht.

Wer eine neue Wärmepumpe plant, sollte die Warmwasserbereitung gleich mitplanen lassen. Über unsere Anfrage findest du Fachbetriebe aus deiner Region.

AO

Quellen

  1. Land Tirol: Legionellen – Land Tirol informiert über Risikofaktoren (07.10.2026) — abgerufen am 8. Oktober 2026
  2. klimaaktiv: Warmwasserspeicher kaufen — abgerufen am 8. Oktober 2026
  3. Energieinstitut Vorarlberg: Warmwasser effizient und umweltfreundlich aufbereiten — abgerufen am 8. Oktober 2026

Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.

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