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Recht

Fernwärme unter der Lupe: was der Wettbewerbsbericht zeigt

Illustration: Fernwärmeleitung mit Vorhängeschloss neben einer Wärmepumpe und einer Lupe
Illustration, KI-generiert

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat am 6. Oktober 2026 ihren Abschlussbericht zum österreichischen Fernwärmemarkt veröffentlicht. Das Ergebnis: Wer einmal an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist, kann den Anbieter praktisch nicht mehr wechseln. Für dich heißt das: Die Entscheidung zwischen Fernwärmeanschluss und eigener Wärmepumpe triffst du für viele Jahre. Sie verdient einen genauen Blick auf Vertrag, Anschlusskosten und Ausstiegsmöglichkeiten.

Was die Behörde untersucht hat

Anlass waren Beschwerden über hohe und schwer nachvollziehbare Preise. Laut BWB wird rund jeder dritte Haushalt in Österreich mit Fernwärme beheizt. Die Behörde hat Daten von 37 Fernwärmeunternehmen ausgewertet, dazu 49 Wärmeeinspeiser und 151 Industriekunden befragt. Erfasst wurden knapp 290 Versorgungsgebiete mit zusammen etwa 6.500 Kilometern Leitungsnetz, wirtschaftlich betrachtet die Jahre 2019 bis 2024.

Die wichtigsten Befunde

Vor dem Anschluss konkurrieren verschiedene Heizsysteme miteinander, danach nicht mehr: Jedes Netz ist in seinem Gebiet ein Monopol. Lange Vertragslaufzeiten und hohe Anschlusskosten machen Kunden zusätzlich abhängig. Bei Preisen, Verträgen und Rechnungen fehlt vielen der Überblick, und es gibt keine einheitlichen Kundenrechte und Beschwerdestellen.

Beim Preis selbst gibt die BWB teilweise Entwarnung. In der Energiekrise sind Erlöse und Kosten der Unternehmen stark gestiegen, die Gewinnmargen über mehrere Jahre gesehen aber gesunken. Hinweise auf missbräuchliche Preiserhöhungen in der Branche fand die Behörde nicht.

Was die Behörde empfiehlt

Insgesamt sind es 14 Empfehlungen. Darunter:

  • Zwang zur Anbindung an ein Fernwärmenetz möglichst vermeiden
  • bundesweit einheitliche Mindestrechte für Kunden
  • verständliche Angaben zu Preisen, Verträgen und Rechnungen
  • eine unabhängige Schlichtungsstelle, bei der alle Unternehmen mitmachen müssen
  • Preisindizes, die nicht von den Versorgern selbst stammen
  • nachvollziehbare Preisbescheide der Behörden und offengelegte Kosten für den Ausbau der Netze
  • leichterer Zugang für Dritte, die Wärme ins Netz einspeisen wollen

Gesetz ist davon noch nichts. Die Empfehlungen richten sich an Politik und Gesetzgeber.

Einordnung: Fernwärme oder eigene Wärmepumpe

Fernwärme ist in dicht bebauten Gebieten oft eine gute Lösung, gerade wenn sie aus Abwärme oder erneuerbaren Quellen stammt. Der Bericht macht aber deutlich, worin der Unterschied liegt: Mit einer eigenen Wärmepumpe bleibst du beim Strom frei in der Wahl des Lieferanten und Tarifs. Am Fernwärmenetz hängst du an einem Anbieter und dessen Preisgestaltung.

Welche Lösung für dein Haus besser ist, hängt von Gebäude, Grundstück und Angebot ab. Pauschal lässt sich das nicht beantworten.

Was du jetzt prüfen kannst

  • Gibt es in deiner Gemeinde eine Anschlusspflicht? Frag beim Gemeindeamt nach, bevor du eine andere Heizung planst.
  • Vertrag lesen: Laufzeit, Kündigungsfristen, wie sich der Preis anpasst und welche Kosten beim Ausstieg anfallen.
  • Anschlusskosten vergleichen: Stell die einmaligen Kosten des Anschlusses den Investitionskosten einer Wärmepumpe gegenüber, abzüglich der Förderungen in deinem Bundesland.
  • Laufende Kosten rechnen: Mit dem Wärmepumpen-Rechner schätzt du, was eine Wärmepumpe in deinem Haus im Jahr kostet.

Wenn du ein konkretes Angebot für eine Wärmepumpe willst, kannst du über unsere Anfrage Fachbetriebe aus deiner Region finden.

AO

Quellen

  1. TGA: BWB legt 14 Reformvorschläge vor — abgerufen am 7. Oktober 2026
  2. Bundeswettbewerbsbehörde: Abschlussbericht zur Fernwärme mit 14 Empfehlungen (OTS, 06.10.2026) — abgerufen am 7. Oktober 2026

Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.

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