Tirol: Sanierungsförderung läuft weiter, Reform bis 2027
Das Land Tirol hat zwischen Juli und September 2026 Wohnbauförderung über 84 Millionen Euro zugesichert, 20 Millionen davon für Sanierungen. Für dich heißt das: Wenn du in Tirol eine alte Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzen willst, steht dir die Landesförderung weiterhin offen. Beim Bund ist das anders, dort nimmt die Sanierungsoffensive seit Juli keine neuen Registrierungen mehr an.
Was Tirol gemeldet hat
Die Zahlen stammen aus der Quartalsbilanz des Kuratoriums für Wohnbauförderung vom 24. September. Von den 84 Millionen Euro gehen 64 Millionen in den Neubau und 20 Millionen in die Sanierung bestehender Gebäude. Die größten Summen entfallen auf die Bezirke Innsbruck-Land mit 15,7 und Kufstein mit 15,5 Millionen Euro. Wie viel davon auf Heizungstausch und Wärmepumpen entfällt, schlüsselt das Land nicht auf.
Dazu kommt ein Ausblick: Bis 2027 will Tirol die Wohnbauförderung weiterentwickeln. Angekündigt sind einfachere Förderbestimmungen und ein stärkeres Gewicht auf Energie- und Ressourceneffizienz. Neue Regeln oder einen Stichtag hat das Land bisher nicht veröffentlicht.
Einordnung: Das Land trägt, der Bund pausiert
Auf Bundesebene ist die Sanierungsoffensive 2026 beendet. Den Sanierungsbonus für die thermische Sanierung hat das Ministerium schon am 2. Februar eingestellt, um das Geld für den Kesseltausch zu reservieren. Seit 10. Juli ist auch beim Kesseltausch keine neue Registrierung und kein neuer Antrag mehr möglich. Wer sich vorher registriert hat, ist davon nicht betroffen.
Für Tiroler Haushalte ist damit derzeit die Landesförderung die entscheidende Unterstützung beim Umstieg. Für eine Wärmepumpenheizung bietet das Land zwei Varianten: einen Einmalzuschuss von 25 Prozent der förderbaren Kosten oder einen Annuitätenzuschuss von 35 Prozent der Anfangsbelastung eines Bankkredits. Die förderbaren Kosten haben eine Obergrenze, die je nach Heizleistung und Wärmequelle zwischen 21.300 und 73.300 Euro liegt.
Was du vor dem Antrag prüfen solltest
Die Tiroler Förderung hängt an einigen Bedingungen, die du schon bei der Planung klären solltest:
- Alter des Gebäudes: Die Baubewilligung muss beim Einreichen des Ansuchens mehr als zehn Jahre zurückliegen.
- Vorlauftemperatur: Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gilt eine Grenze von 50 °C, für Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen von 55 °C. Im Altbau entscheiden hier oft Heizkörper und Dämmzustand mit, deshalb gehört die Heizlast früh auf den Tisch.
- Gütesiegel: Das Gerät braucht ein EHPA-Gütesiegel.
- Keine Hybridlösung: Eine Wärmepumpe, die mit einem fossilen Kessel kombiniert wird, fördert das Land nicht.
Weil Tirol eine Überarbeitung angekündigt hat, solltest du vor dem Einreichen einen Blick auf die aktuelle Förderseite des Landes werfen. Die oben genannten Bedingungen geben den heutigen Stand wieder, als letzte Aktualisierung nennt die Seite den 1. Jänner 2026. Informationen und den Online-Antrag findest du beim Land Tirol im Bereich Wohnbauförderung.
AO
Quellen
- Land Tirol: Weitere 84 Mio. Euro für leistbares und nachhaltiges Wohnen — abgerufen am 24. September 2026
- Land Tirol: Wohnbauförderung Sanierung, Wärmepumpenheizung — abgerufen am 24. September 2026
- Sanierungsoffensive des Bundes 2026 — abgerufen am 24. September 2026
Wir geben Fakten in eigenen Worten wieder und verlinken die Quelle. Verbindlich ist immer die genannte Stelle selbst — Förderbedingungen ändern sich kurzfristig.