Wärmepumpen-Lexikon

Die wichtigsten Begriffe, die dir bei Planung, Angebot und Betrieb begegnen, kurz und verständlich erklärt.

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A

Abtauen
Beim Abtauen entfernt eine Luft-Wärmepumpe Reif und Eis von ihrem Außenwärmetauscher. Das kostet etwas Energie und gehört im Winter dazu.

B

Bivalenzpunkt
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unter der die Wärmepumpe allein nicht mehr reicht und ein zweiter Wärmeerzeuger mithilft.
Brauchwasser-Wärmepumpe (Warmwasser-Wärmepumpe)
Eine Brauchwasser-Wärmepumpe erwärmt nur dein Warmwasser. Sie sitzt meist direkt auf einem Boiler und nutzt die Wärme der Raum- oder Außenluft.

C

COP (Leistungszahl)
Der COP gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht: gemessen am Prüfstand, in einem einzigen Betriebspunkt.

E

Effizienzklasse (ErP-Energielabel)
Das EU-Energielabel ordnet Wärmepumpen in Effizienzklassen ein. klimaaktiv empfiehlt die höchste verfügbare Klasse bei 40 °C Vorlauf.
Energieausweis und Heizwärmebedarf (HWB)
Der Heizwärmebedarf im Energieausweis zeigt, wie viel Wärme dein Haus rechnerisch braucht. Er ist ein guter erster Hinweis, ob eine Wärmepumpe passt.

F

Flächenheizung (Fußboden- und Wandheizung)
Eine Flächenheizung gibt Wärme über große Flächen wie Boden oder Wand ab. Sie kommt mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus und passt gut zur Wärmepumpe.
Flächenkollektor (Erdkollektor)
Ein Flächenkollektor ist ein Rohrnetz knapp unter der Erdoberfläche, über das eine Erdwärmepumpe Wärme aus dem Garten holt. Er braucht viel Fläche.

G

GWP (Treibhauspotenzial)
Der GWP-Wert zeigt, wie stark ein Kältemittel zur Erderwärmung beiträgt, wenn es entweicht. CO2 hat den Wert 1, je niedriger, desto besser.

H

Heizkurve
Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur sein soll. Richtig eingestellt spart sie Strom bei gleichem Komfort.
Heizlast
Die Heizlast ist die Leistung in Kilowatt, die dein Haus am kältesten Tag braucht. Nach ihr wird die Wärmepumpe dimensioniert, nicht nach dem alten Kessel.
Heizstab (elektrische Zusatzheizung)
Der Heizstab ist eine elektrische Zusatzheizung im Speicher oder Gerät. Er springt an sehr kalten Tagen ein, macht aus 1 kWh Strom aber nur 1 kWh Wärme.
Hybridheizung (Wärmepumpe mit Kessel)
Eine Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger, etwa einem Pelletskessel. Sinnvoll vor allem bei hohen Vorlauftemperaturen.
Hydraulischer Abgleich
Beim hydraulischen Abgleich wird jeder Heizkreis so eingestellt, dass er genau die nötige Wassermenge bekommt. So reicht eine niedrigere Vorlauftemperatur.

I

Inverter und Leistungsmodulation
Eine modulierende Wärmepumpe passt ihre Leistung stufenlos an den Bedarf an, meist über einen Inverter. Das ist effizienter als stures Ein und Aus.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie viel Wärme deine Wärmepumpe im ganzen Jahr pro Kilowattstunde Strom liefert. Sie ist die wichtigste Kennzahl.

K

Kältemittel
Das Kältemittel ist der Stoff, der in der Wärmepumpe verdampft und wieder flüssig wird und so die Wärme von der Quelle ins Haus transportiert.

L

Legionellenschaltung
Die Legionellenschaltung heizt den Warmwasserspeicher regelmäßig stärker auf, um Keime abzutöten. Wie oft das sinnvoll ist, klärst du mit dem Installateur.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und erwärmt damit das Heizungswasser. Sie ist die am einfachsten zu installierende Bauart.

M

Monoblock-Wärmepumpe
Bei einer Monoblock-Wärmepumpe steckt der gesamte Kältekreis im Außengerät. Ins Haus führen nur Wasserleitungen, keine Kältemittelleitungen.
Monovalent, monoenergetisch, bivalent
Die Betriebsweise sagt, ob die Wärmepumpe allein heizt, ein Heizstab einspringt oder ein zweites Heizsystem wie ein Kessel mitarbeitet.

N

Niedertemperatur-Heizkörper
Niedertemperatur-Heizkörper geben schon bei niedrigen Vorlauftemperaturen genug Wärme ab. Oft reicht es, einzelne kritische Heizkörper zu tauschen.

P

Photovoltaik-Eigenverbrauch mit Wärmepumpe
Mit einer Wärmepumpe kannst du mehr eigenen Sonnenstrom selbst nutzen, vor allem fürs Warmwasser. Im Hochwinter deckt PV aber nur einen kleinen Teil.
Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher ist ein Wassertank für Heizungswasser. Bei modernen, modulierenden Wärmepumpen im Einfamilienhaus ist er oft gar nicht nötig.

R

R290 (Propan)
R290 ist Propan als natürliches Kältemittel. Es hat ein sehr niedriges Treibhauspotenzial, ist aber brennbar und braucht daher Sicherheitsvorkehrungen.
Rücklauftemperatur
Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das von Heizkörpern oder Fußbodenheizung zurück zur Wärmepumpe fließt.

S

Schalldruckpegel
Der Schalldruckpegel ist die Lautstärke, die an einem bestimmten Ort ankommt, etwa an der Grundgrenze. Er sinkt mit dem Abstand zur Wärmepumpe.
Schallleistungspegel
Der Schallleistungspegel gibt an, wie viel Schall die Wärmepumpe selbst abgibt, unabhängig vom Ort. Er steht im Datenblatt und eignet sich zum Vergleichen.
SCOP (jahreszeitbedingte Leistungszahl)
Der SCOP ist eine genormte Jahres-Leistungszahl für ein Standardklima. Er eignet sich zum Gerätevergleich, sagt aber nicht, was deine Anlage schafft.
SG-Ready
SG-Ready ist ein Label für Wärmepumpen mit einer Schnittstelle, über die sie Signale von PV-Anlage, Energiemanager oder Netz verarbeiten können.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe holt Wärme über Sonden oder Kollektoren aus dem Erdreich. Sie ist effizienter als eine Luft-Wärmepumpe, aber aufwendiger.
Sperrzeiten des Netzbetreibers
Bei einem unterbrechbaren Wärmepumpentarif darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe zeitweise abschalten. Die Anlage muss diese Pausen überbrücken können.
Split-Wärmepumpe
Eine Split-Wärmepumpe besteht aus Außen- und Inneneinheit, die über Kältemittelleitungen verbunden sind. Die Montage braucht Kältetechnik-Fachwissen.

T

Taktung (Takten)
Takten heißt, dass die Wärmepumpe oft kurz ein- und ausschaltet. Das kostet Effizienz und Lebensdauer und deutet oft auf ein zu großes Gerät hin.
Tiefenbohrung (Erdwärmesonde)
Bei einer Tiefenbohrung wird eine Erdwärmesonde senkrecht ins Erdreich gebracht. Sie braucht wenig Fläche und liefert ganzjährig gleichmäßige Wärme.

V

Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizflächen. Je niedriger sie ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.

W

Wärmemengenzähler
Ein Wärmemengenzähler misst, wie viel Wärme deine Wärmepumpe liefert. Zusammen mit dem Stromzähler kannst du so die echte Jahresarbeitszahl ermitteln.
Wärmepumpentarif
Ein Wärmepumpentarif ist ein eigener Stromtarif für die Wärmepumpe, oft über einen unterbrechbaren Zählpunkt. Ob er sich lohnt, ist eine Rechenfrage.
Warmwasserspeicher (Boiler)
Der Warmwasserspeicher bevorratet erwärmtes Trinkwasser. Er soll so groß wie nötig und so klein wie möglich sein, um Verluste gering zu halten.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Sie ist sehr effizient, braucht aber Brunnen und eine wasserrechtliche Bewilligung.